Zu LF 8 Sanfte Selbsttötung

Weltweit ereignet sich ca. alle 40 Sekunden ein Suizid. Das sind rd. 800.00 Suizidtote pro Jahr und damit deutlich mehr als es pro Jahr Kriegstote gibt. Die Zahl der missglückten Suizidversuche ist 3x höher mit einer hohen Dunkelziffer, die hinzurechnen wäre.  Die Medien sind aber angehalten, nicht über Suizide zu berichten.

Ein abgedrehter Sonderfall bist du also mit deiner Freitodabsicht nicht. Wenn du nun also dahin gekommen bist, dir konkret zu überlegen, wie du deine Freitodabsicht (oder soll es bis auf weiteres bei einer rein theoretischen Bejahung bleiben?) technisch-praktisch umsetzen könntest, wirst du einigen Aufwand zu treiben haben, dich solide kundig zu machen.

Unsere Absicht ist es in diesem Blog nicht, die technisch-praktische Seite in aller Ausführlichkeit abzuhandeln. Wir beschäftigen uns mit den psychischen Problemen.  Denn ein Kurzschluss-Suizid kann nicht das Ziel sein; er ist zumeist dann auch technisch schlecht vorbereitet. Andererseits ist es nicht besonders gut, sich voll und ganz auf die technische Umsetzung zu fixieren und alle emotionalen und seelisch-geistigen Hindernisse einfach nur wegzuschieben. Die Angst vor dem Schritt in die Selbsttötung lässt sich mit einer perfekten technischen Antwort auf das Know How  nicht kompensieren.

Es ist ein Segen, dass es sanfte Methoden gibt, aus dem Leben zu scheiden. Schließlich willst du doch keine dieser hässlichen Sauereien anrichten, wie vor den Zug werfen, vom Hochhaus springen, oder dir das Hirn mit einer Pistole aus dem Schädel blasen. Auch die immer noch häufigste Methode, das Erhängen, ist grausam.

Etliches ist Geschmackssache. Eins für alle gibt es nicht, und die Wahl des rechten Zeitpunktes ( s. LF 9) hängt auch ab von der gewählten Suizidmethode. Wer warten will, bis nichts mehr geht, ist bei seinem eventuell noch möglichen Gang in die Schweiz auf viel fremde Hilfe angewiesen. Auch das will langfristig vorbereitet sein, mit beträchtlichen Kosten.

Generell gibt es ja nur drei Wege in den selbstbestimmten Tod: du kannst deinen  Körper zerschmettern, du kannst dich vergiften, oder du kannst  deinem Gehirn den Sauerstoff abdrehen. Das Ersticken ist aber kein einladender Weg hierzu.

Am schönsten stirbt es sich wohl durch eine Hypoxie. Das ist kein biochemischer Vorgang sondern ein physikalischer. Relativ einfach stirbt es sich mit Hilfe einer Kohlenmonoxyd-Vergiftung. Empfehlenswert ist dabei ein CO-Messgerät. Beim Tod läufst du rot an, und es gibt ein Gefährdungspotential für die, die dich auffinden.

Auf den ersten Blick am bequemsten scheint die Medikamentenmethode zu sein, also sich über einen Verstoffwechslungsprozess  zu vergiften. Allgemein gepriesen und tödlich wirksam ist hier das NaP, das Natrium-Pentabarbital. In Deutschland hast du keine Chance  da ranzukommen. Bleiben Überlegungen, was du auf Rezept bekommen und sammeln kannst.

Also umsehen, umsehen.  Hier einige Starthinweise:

Dass man nicht alles glauben soll, was im Netz steht, muss eigentlich nicht erwähnt werden. Trotzdem enthält das Internet, auch YouTube,  viele gute Informationen. Eine aktuelle Leseempfehlung:

https://forum.pluswg.de    Rufe dort das Thema Humanes Sterben auf.

Ein Klassiker des rationalen Suizids ist sicherlich der australische Arzt Philip Nitschke und seine Organisation.

PHILIP NITSCHKE; DIE FRIEDLICHE PILLE.

Die englische Ausgabe, The peaceful pill, 2011, wird laufend ergänzt.

Die beste Einstiegslektüre dürfte Jessica Düber geschrieben haben.

JESSICA DÜBER, SELBSTBESTIMMT STERBEN – HANDREICHUNG FÜR EINEN RATIONALEN SUIZID, 2017.

Jessica Düber stützt sich deutlich auf

BOUDEWIJN CHABOT, DIGNIFIED DYING, 2014.

Chabot, ein holländischer Arzt,  will sein Buch leider nicht  auf deutsch erscheinen lassen. Lesen kannst du es auf amazon Kindle.

Peter Puppe kämpft mit seiner Initiative „Sterben dürfen“. Sein Buch:

PETER PUPPE,  SANFTE STERBEHILFE OHNE ARZT. DER SANFTE TOD HEUTE;  2017

Bemerkenswert ist, dass die brauchbare Hilfsliteratur für einen rationalen Suizid erst nach 2000 erschienen ist. Der Stein kommt erst in unserem Jahrhundert ins Rollen. Sei guten Mutes, du wirst schon das Richtige für dich finden.

Eine Antwort auf „Zu LF 8 Sanfte Selbsttötung“

  1. Ich sollte noch einmal an die Notwendigkeit der „Tatherrschaft“ erinnern, wie in LF 7 bereits angesprochen. Sterbebegleitung durch Nahestehende ist ja nicht verboten. Hinterher muss aber deutlich sein, er/sie hat den entscheidenden Schritt selbst gemacht. Auch das ist bei der technischen Vorbereitung zu bedenken. Bei der Edelgasmethode (Herbeiführung einer Hypoxie) z. B. musst du fit genug sein, den Hahn aufzudrehen und einzustellen. Es kommt also auch die Frage nach dem rechten Zeitpunkt (LF 7) ins Spiel.
    Wenn du erst einmal auf der bettlägerigen Klinikschiene gelandet bist, bleibt dir wahrscheinlich nur als Plan B das Sterbefasten. Auch dazu gibt es genügend Literatur.
    Horst

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